Mittwoch, 19.10.2005
Kulturpolitik bereits CDU Stiefkind?
Es stimme skeptisch, dass weder die SPD, die das Amt erfunden habe, noch die CDU mit ihrem kulturfernen Wahlprogramm es für nötig erachteten, den Namen des oder der neuen Kulturbeauftragten gemeinsam mit dem Rest des Kabinetts zu verkünden, meint auch die "Süddeutsche".
Wir warten gespannt auf die Tätigkeit der Arbeitsgruppe Kultur während der Koalitionsverhandlungen...
Montag, 17.10.2005
Those were the days my friend, eine Verabschiedung der SPD-Kulturpolitik
Harald Jähner widmet der SPD Bundeskulturpolitik ein leicht wehmütiges teils bereits verklärendes Resümee, das jedoch sehr lesbar die großen Linien der letzten Jahre nachzeichnet. Hier einige Ausschnitte:
[Zum Stil der Regierung Schröder] gehörte es, gezielt auf die Verunsicherung durch Kunst und Kultur zu setzen. Der Distanz zwischen Kohl und den Intellektuellen setzten Schröder und der erste Staatsminister für Kultur, Michael Naumann, Gesten intimer Nähe zwischen Politik und Kunst entgegen, Kontroversen durchaus eingeschlossen.
Schröder lud immer wieder Schriftsteller und Künstler in die Skylobby des Kanzleramtes ein, einem kleinen Atrium aus runden Stufen mit Teppichboden, auf den er sich dann in die dritte Reihe setzte und zuhörte. [...]
Er wusste, auch vor Jahren schon, dass man sich einmal liebevoll an diesen zu Füßen der Kunst sitzenden Kanzler erinnern werden würde, so wie man sich gerne an die Herbstgedichte von Rilke erinnern werde, die er auswendig rezitierte. [...]
Kultur also sollte auf ihre Weise Politikberatung leisten,
genauso wie das ebenfalls von der Bundeskulturstiftung initiierte "Projekt Migration", das sich mit bislang 120 Einzelprojekten grenzübergreifend mit der modernen Völkerwanderung beschäftigt.
Freitag, 14.10.2005
Kultur als weicher Standortfaktor - Ausrede für weniger öffentliche Förderung
Zwar sichere der Staat die kulturelle Grundversorgung mit 90% aller Kultursubventionen, gerade in der schwierigen Finanzlage, käme es auf das gemeinsame Engagement von Staat, Wirtschaft und Bürgern an.
[ via: Rasender Reporter ]
Montag, 13.06.2005
Internationales Abkommen über kulturelle Vielfalt
Erster Kieler Kulturtreff: Dialog statt Budget
Mehr als warme Worte scheint es jedoch nicht zu geben. Mehr Geld ganz bestimmt nicht, für 2006 stehen sogar weitere Kürzungen an. Die Zusage, die Kultur von weiteren Kürzungen auszunehmen, habe er angesichts der "brutalen Haushaltslage" aus dem Entwurf seiner Regierungserklärung gestrichen, so Carstensen. Dafür setze sich die Regierung für eine bessere Vermarktung der Landeskultur ein; Kultur und Tourismus sollen enger zusammenarbeiten. Schleswig-Holstein gibt etwa 70 Millionen Euro im Jahr für Kultur aus, der Anteil am Gesamtetat sank von fast 1 Prozent Anfang der 90er Jahre auf 0,67 Prozent im vergangenen Jahr.
Mehr
Einkommensregelung für Autoren
Laut Vereinbarung erhalten Schriftsteller für jedes verkaufte gebundene Buch zehn Prozent des Nettoverkaufspreises. Taschenbuchautoren bekommen bei bis zu 20.000 verkauften Exemplaren fünf Prozent. Bei größeren Verkaufserfolgen steigen die Vergütungen. Bei Verfilmungen oder Theateraufführungen ihrer Werke gehören den Autoren 60 Prozent der Einnahmen. Wird ihr Buch in eine andere Sprache übersetzt oder in ein Hörbuch umgewandelt, sind es 50 Prozent. Die Regelung gilt nicht für den Sachbuchmarkt.
Samstag, 11.06.2005
Schillerzitat als längste Internetadresse der Welt
USA Musikmarkt: Indies gegen Marktmacht der Majors
Freitag, 10.06.2005
Kulturwahlkampfartikel V: Hat die überhaupt CDU Ahnung von der Kultur?
- Laut Jens Jessen (ZEIT) fehlt der Union anders als der SPD einfach ein eigenes Kulturmilieu. - zum Artikel
- Ein davon leicht pikierter Johannes Seibel von der Tagespost fragt darauf, ?ob die Kultur nicht zwischen der Aufspaltung von Massenkultur in eine des guten Geschmacks, nämlich dem des SPD-Kulturmilieus, und eine des schlechten Geschmacks, nämlich dem der Anhänger der Union, leidet?? - mehr dazu
- Die Leipziger Volkszeitung sieht in Gitta Connemann, Vorsitzende der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland", eine mögliche Kandidatin für das Amt der Kulturstaatsministerin unter Merkel und interviewt sie zu ihrem Ausblick auf die Kulturpolitik. Bestes Zitat: ?Die Landwirtschaft pflegt das Feld, die Kultur die Seele. Ohne beide gäbe es kein Leben - körperlich wie geistig-sinnlich.? - zum Interview
Deutscher HipHop: in den Schlagzeilen aber nicht mehr bei MTV?
Monika Griefahn (SPD - Vorsitzende des Medienausschusses im Bundestag): ?Es kann nicht sein, dass sich die Sender ihrer hier so wichtigen Verantwortung entziehen.? Dazu meint Aggro Berlin in seiner Pressemitteilung, ihre Künstler seien weder rechtsradikal, noch würde in ihren Videos die Gewalt verherrlicht. ?Die Künstler, die ihre Musik bei Aggro Berlin veröffentlichen, sind Produkte des Umfeldes und der Gesellschaft in der sie leben [..] Genauso wenig wie Marilyn Manson schuld am Massaker an der Columbine Highschool ist, ist sido nicht [sic! das war doch keine doppelte Verneinung, oder?] verantwortlich für das Verhalten von Kindern auf deutschen Schulhöfen..? Erst vor wenigen Tagen hatte Mona Lisa mit einem Beitrag über die Frauenfeindlichkeit des deutschen HipHop auf sich aufmerksam gemacht.